Förderung des Projekts durch das Bundesprogramm „TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“

Ein Beitrag am Apr 5, 2014

Heute möchten wir die Gelegenheit nutzen und genauer darstellen, wie es zur Förderung durch das Bundesprogramm „TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“ für das Projekt „Ach, so ist das?!“ gekommen ist. Wir beziehen uns dabei auf Informationen, die auch auf folgenden Webseiten nachzulesen sind:

Das Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zielt darauf ab, ziviles Engagement, demokratisches Verhalten und den Einsatz für Vielfalt und Toleranz zu fördern. Angesprochen werden sollen besonders Kinder und Jugendliche, aber auch Eltern, Pädagogen, lokal einflussreiche staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure sowie Multiplikatoren. In dem Bundesprogramm bündeln Bund, Länder und Kommunen ihr Engagement. Mittlerweile wurden bereits in allen 16 Bundesländern sogenannte lokale Aktionspläne und Modellprojekte aufgebaut, u.a. in Nürnberg.

Die Federführung für die Umsetzung in Nürnberg liegt beim städtischen Menschenrechtsbüro. Schwerpunkte des Nürnberger lokalen Aktionsplans sind Antidiskriminierungsarbeit, Menschenrechtsbildung sowie Arbeit gegen Rechtsextremismus.

Die Antragsteller durchlaufen eine transparente, nachvollziehbare Bewerbungsprozedur, die aus einer formalen Antragstellung, einer Präsentation des jeweiligen Projekts vor dem Nürnberger Begleitausschuss. Dieser entscheidet letztendlich über die Mittelvergabe, er ist das zentrale entscheidungsbefugte Gremium über die Fördermittelvergabe.

Der Nürnberger Begleitausschuss besteht aus 20 Mitgliedern, davon Vertreter_innen aus dem Bereich Nürnberger Ämter und Institutionen sowie aus dem Bereich Bürgerschaftliches Engagement. Als beratendes und beschließendes Organ des lokalen Aktionsplans beruft er sich bei der Vergabe der Fördermittel auf dessen erarbeitete Strategie und die Zielvorstellungen und stellt sicher, dass diese bei der Förderung von Einzelprojekten als inhaltliche Grundlage gelten.

Für alle seit 2011 geförderten Projekte liegen Darstellungen im Internet sowie in Form von Jahresberichten vor.

Für das Projekt „Ach so ist das?!“ hat der Nürnberger gemeinnützige Verein Trotzdem e.V. wie Anträge gestellt: 2013 und 2014. Die Beschreibungen der beiden Projekte sind hier nachzulesen:

www.nuernberg.de/internet/toleranz/projekte_2013_trotzdem.html
www.nuernberg.de/internet/toleranz/achsoistdas2014.html

Für das zweite Projekt, das für den Förderzeitraum 2014 bewilligt wurde, haben wir einen eigenen Blogbeitrag verfasst: www.achsoistdas.com/ach-so-ist-das-ist-reif-fuer-die-schule

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„Ach, so ist das?!“ – Projektbericht Teil 1: Die Idee

Ein Beitrag am Aug 8, 2013

Es geht los! Heute starten wir mit dem offiziellen „Ach, so ist das?!“-Projektbericht – also eine Art Tagebuch, wie es zu dem Projekt kam, warum wir das Ganze machen und wie die Comics entstehen.

Dafür wird es höchste Zeit! Denn in knapp 6 Wochen (oder so) werden ja die ersten Comicposter ausgestellt und die Produktion ist in vollem Gange!

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Die Geschichte, wie es überhaupt zu dem Projekt kam, ist schnell erzählt. Ich saß mit  meiner Freundin beim Eiskaffee und wir erzählten uns Anekdoten aus dem Freundeskreis.“Fabios Mutter verkraftet es immer noch nicht, dass er schwul ist. Stell dir vor, was die neulich zu ihm gesagt hat!… „, „Helene hat mir gestern ihr Coming-Out-Geschichte erzählt …“, „Sasha macht sich ständig Gedanken, wie Andere auf seine Intersexualität reagieren…“

Dann hatten wir die zündende Idee: Warum nicht aus all diesen spannenden, bewegenden Geschichten Comics machen? Sozusagen biografische Comicreportagen, die LGBTI*-Menschen und ihre Identität, Lebensweise und alles was sie so bewegt, sichtbar und begreifbar machen?

Deshalb meldeten wir die Projektidee beim Bundesprogramm ‚Toleranz fördern – Kompetenz stärken‘ im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend an. Und, wow, zum ersten mal erhielt in Nürnberg ein LGBTI*-Projekt eine Förderung!

Auch ohne Zusage hätten wir das realisiert, aber mit einem kleinen finanziellen Polster konnten wir die Sache ganz anders aufziehen, viel Werbung machen, die Ausstellung finanzieren und ein passendes pädagogisches Material dazu entwickeln.

Und los gings, im Frühjahr 2013 …

 

Liebe Grüße von Schradi

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„Ach, so ist das?!“ bei „TAG UND NACHT FÜR TOLERANZ“ am 16.4.2013 in der DESI, Nürnberg

Ein Beitrag am Mrz 28, 2013

Am 16. April 2013 findet bundesweit der Aktionstag „Wir für Demokratie – Tag und Nacht für Toleranz“ statt. XENOS Nürnberg e.V. führt an diesem Tag in der DESI einen Markt der Möglichkeiten mit Toleranzprojekten, einen interkulturellen Kochworkshop und eine interkulturelle Disco durch.

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Das Comicprojekt „Ach, so ist das?!“ ist mit einem kleinen Infostand auch dabei: Wir zeigen die ersten Comics und informieren übers Projekt.

Das Programm:

  • ab 15:00 Uhr: Workshop „Die Vielfalt der äthiopischen Küche“
  • ab 16:00 Uhr: Markt der Möglichkeiten: Projekte und Initiativen stellen sich vor
  • ab 19:00 Uhr: Gemeinsame Verkostung des äthiopischen Kochworkshops
  • ab ca. 20:30 Uhr: Einführung zur interkulturellen Disco mit dem griechischem Kunstclub Nürnberg e.V.
  • ab ca. 21:00 Uhr: Interkulturelle Disco mit dem Radio Z DJ-Team
  • Ende: ca. 01:00 Uhr
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Das Projekt

Ein Beitrag am Mrz 1, 2013

Der Hintergrund

Es geht um LGBTI* – Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans, Inter*, Queers und Menschen, die eine sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität leben, die nicht der Mehrheit entspricht.

Nach wie vor sind auch im deutschsprachigen Raum LGBTI* Ablehnung, Ausgrenzung und Diskriminierung ausgesetzt, sei es am Arbeitsplatz, im Gesundheitswesen, in den Kirchen, im öffentlichen oder privaten Umfeld und vor allem auch in der Schule:

Eine Online-Umfrage der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) ermittelte für 2013 auch für Deutschland besorgniserregende Daten: Knapp die Hälfte  der befragten LGBTI* fühlte sich im letzten Jahr diskriminiert, mehr als zwei Drittel hat ihre sexuelle Identität oft oder immer während der Schulzeit versteckt (vgl. FRA, 2014, S. 12-14, 19-22). Eine repräsentative Studie des „LBS-Kinderbarometer“ zeigt, dass selbst im Jahr 2015 fast 4 von 10 Kindern zwischen 9 und 14 Jahren Regenbogenfamilien ablehnen (vgl. Institut für Sozialforschung der PROSOZ Herten GmbH PROKIDS, 2016). Und an Berliner Schulen sind Beschimpfungen wie „Kampflesbe“ oder „scheiss Schwuchtel“ auf vielen Schulhöfen und in Klassenzimmern allgegenwärtig – mehr als die Hälfte der Lehrkräfte greift außerdem nicht ein, wenn schlecht über Schwule oder Lesben geredet wird, wie eine Studie von Kathrin Schack (2010) zeigt.

Erschreckend auch ist zum Einen das vierfach erhöhte Suizidrisiko von Jugendlichen, wenn sie nicht heterosexuell sind (FRA, 2014, S. 12-14, 19-22); zum Anderen die (möglicherweise zunehmende) Anzahl homophober Hasskriminalität im deutschsprachigen Raum. Von Januar bis September 2016 wurden bereits 205 politisch motivierte Straftaten mit Bezug zu sexueller Orientierung gemeldet (Deutscher Bundestag, 2016).

Das Projekt soll einen Beitrag dazu leisten, dies zu ändern: Mit Hilfe von Comicreportagen werden Identität, Lebensweise, Erlebnisse und Erfahrungen von LGBTI* sichtbar und begreifbar gemacht. Comics sind ein tolles Format, um Geschichten und persönliche Erlebnisse zu erzählen und damit Sichtbarkeit herzustellen, Wissen weiterzugeben und Vorurteile abzubauen. Selbst Themen, die vielen als fremd oder gar tabu erscheinen, können auf interessante und leichte Art dargestellt werden.

Die Umsetzung

Daher sammelt Martina Schradi Geschichten, Anekdoten, Erlebnisse, die mit der Identität, der Lebensweise, dem Selbstverständnis und Erfahrungen von LGBTI* zusammenhängen. Die Geschichten bilden dann die Grundlagen oder Impulse für  die Comics.

Die Ausstellungen und Bücher

Zu dem Projekt gibt es zwei Wanderausstellungen, auf denen die aussagekräftigsten und eindrucksvollsten Comics festgehalten sind. Erstmals gezeigt wurde die Ausstellung im September 2013 in Nürnberg anlässlich der Verleihung des Nürnberger Menschenrechtspreises an Kasha Jacqueline Nabagesera, eine Menschenrechtsaktivistin, die für die Rechte von LGBTI* in Uganda eintritt. Seitdem wurden sie an über 300 Orten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Belgien, Finland, Ukraine, Russland, Tunesien, Kalifornien und Kanada gezeigt. Die Bücher zu den Comics sind im Zwerchfell Verlag erschienen.

Das pädagogische Programm

Begleitend wurde von Christine Burmann ein pädagogisches Programm zum Abbau von Vorurteilen und Ressentiments gegenüber LGBTI* erarbeitet. Zusammen mit der Ausstellung werden mit ihnen Informationsformate zum Thema LGBTI* für Schulen, Hochschulen, öffentliche Einrichtungen oder Unternehmen gestaltet. Die Publikation „lsbti.elementar“ in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung ergänzt das Programm.

Fachliteratur zum Projekt

  • Martina Schradi (2017). Ich bin ein Invidiuum! Ein Plädoyer für Vielfalt und Akzeptanz gegenüber LSBTI*. Contraste – Zeitung für Selbstorganisation, 34. Jahrgang, Ausgabe Mai. Heidelberg, S. 12. http://www.contraste.org/index.php?id=6
  • Christine Burmann (2015): „Die Überwindung von Diskriminierung. Ein Plädoyer zur Erarbeitung didaktischer Konzepte der Menschenrechtsbildung zu sexueller Vielfalt“. In Breckenfelder, Michaela (Hrsg.) Homosexualität und Schule. Handlungsfelder – Zugänge – Perspektiven. Budrich, S. 287-301, www.budrich-verlag.de
  • Christine Burmann & Martina Schradi (2015): »Ach, so ist das?!« Ein Antidiskriminierungsprojekt zu LSBTI* auch für die Schule.  In Juliette Wedl, Annette Bartsch (Hg.) Teaching Gender? Zum reflektierten Umgang mit Geschlecht im Schulunterricht und in der Lehramtsausbildung. transcript, S. 445-460. www.transcript-verlag.de/978-3-8376-2822-7/teaching-gender
  • Katharina Leidinger (2015): „Gender Bender, Regenbogenfamilie und Coming-out in der Schule“ – Sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität als Thema im (Religions-)Unterricht. Ein Zugang zu Jugendlichen anhand biografischer Comicreportagen von LSBTI*. In Breckenfelder, Michaela (Hrsg.) Homosexualität und Schule. Handlungsfelder – Zugänge – Perspektiven. Budrich, S. 157-176, www.budrich-verlag.de
  • Martina Schradi (2014). „Ach, so ist das?!“ – Visual Storytelling-Projekt über die Lebensweise und Erfahrungen von LGBTI. www.narrata.de/narrata-erzahlt/ach-so-ist-das-visual-storytelling-projekt-ueber-die-lebensweise-und-erfahrungen-von-lgbti

Fachliteratur zum Thema

Förderungen des Projekts

  • 2020 Förderung von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld
  • 2018 Sammelförderung von der Arcus Stiftung, dem Schwulen Netzwerk NRW, der Landesarbeitsgemeinschaft Lesben in NRW, „anders und gleich“ und dem Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW
  • 2014 Förderung von der Hannchen Mehrzweck Stiftung
  • 2013 und 2014: Förderung vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN

In Zusammenarbeit mit  

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