„Nach der Party ist vor der Party“ – Neuigkeiten aus dem Projekt

Ein Beitrag am Okt 20, 2013

Ja, das wars nun, am Freitag ging mit dem Event „Schluss, aus!“ die erste Ausstellung von „Ach, so ist das?!“ zu Ende. Nach der Release-Party am 21.9. in der DESI hatte sie noch vier Wochen lang Aufenthalt im eckstein – Haus der evangelisch-lutherischen Kirche in Nürnberg.

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Insgesamt haben wir uns über all die positiven und begeisterten Stimmen und Meinungen, die wir zu unserem Vorhaben bekamen, TOTAL gefreut!! In dem Ausstellungsbuch sind fast nur positive, mutmachende Anmerkungen zu lesen – hier ein paar Beispiele:

„Eine sehr gelungene Gestaltung von Lebensgeschichten“

„Totale tolle Ausstellung und eine sehr wichtige Arbeit!“

„Tolle Idee! V.a. um Unwissenden auf spielerische Art die wahre Freiheit zu zeigen!“

„Weiter so! Auf dass die Ausstellung durch viele Einrichtungen, Schulen etc. wandert“

„Zeigt echt gelungen die bunte Vielfalt des Lebens und Liebens!“

„Eine gute und mutige Ausstellung, die hoffentlich Wissen, Anerkennung und Selbstannahme fördert.“

Leider waren nicht alle Besucher_innen so freundlich: Einmal wurde die Ausstellung von Personen heimgesucht, die unter dem Deckmantel des christlichen Glaubens schlimme Dinge ins Gäste_innenbuch schrieben und sogar versuchten, Poster zu beschädigen –  hier ein Auszug (das können wir nicht unkommentiert lassen, deshalb in Klammer ein paar Anmerkungen aus der Redaktion):

„Irret euch nicht, Gott lässt sich spotten“ … (Hä? Verstehn wir nicht) … „Vergesst Darwin!“ … (Oh je…) … „Lasst euch warnen, unsere Jugend zu verführen“… (Ja, das ist das Einzige was wir im Kopf haben!!) … „Denkt an den Mühlstein!!“ (???)

„Ich bin ein Mann“ (Ja, klar!) „Ich bin verheiratet mit einer Frau!“ (Ach, was …) … „Wir haben Kinder, wir sind Familie… Denn Gott hat das gewollt – und nicht die gottlose Propaganda auf den Plakaten!“ (Kein Kommentar)

„Ach so ist das?! Und Gott lachte! Ich schuf den Menschen zu meinem Bilde zu meinem Bilde schuf ich ihn, und schuf ihn als mann u. Frau. Gottes Wort, 1. Mose 1“ (Gähn…)

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Aber das schreckt uns doch nicht  ab! Oder, um mit einem meiner Lieblings-Einträge aus dem Gäst_innenbuch zu kontern:

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Nach der Party ist vor der Party: Die Ausstellung geht jetzt auf Wanderschaft. Es gibt schon Pläne für Freiburg, Bielefeld, München, Erlangen, Neumarkt, Bamberg, Basel, Bern, Innsbruck, Stuttgart und New York (naja, fast …). Wir werden die Ausstellungen mit unserer multimedialen Comiclesung, Vorträgen und Workshops begleiten, solange es Zeit, Raum und der Geldbeutel zulassen 🙂 Die genauen Termine werden hier auf der Webseite und via Facebook bekanntgegeben.

Nicht wenige haben uns übrigens darauf angesprochen, wann es denn die „Ach, so ist das?!“-Comics endlich als Buch zu kaufen gäbe – ich kann nur sagen: Wir arbeiten dran!! Wenn jemand einen guten Draht zu dem ein oder andern Comicverlag hat und das Projekt dort empfehlen will – wir haben nix dagegen 🙂

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Es grüßt

Schradi

 

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Comicreleaseparty: „Ach so ist das?!“ meets Anne Will Tanzen meets eve massacre

Ein Beitrag am Jun 7, 2013

https://www.facebook.com/events/310418529093825/

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Unter dem Motto „Ach, so ist das?!“ sammelt Comiczeichnerin Schradi wahre Geschichten um Lebensweisen und Erfahrungen von LGBTI* – Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transidenten, Transgender und Intersexuellen – und zeichnet daraus biografische Comicreportagen. Am 21.9.2013 sollen die ersten Comicposter in der DESI gezeigt und gefeiert werden – zusammen mit dem legendären Anne Will Tanzen Team (www.anne-will-tanzen.de) und der famosen eve massacre (www.evemassacre.org).

21.9.2013, 20.30-4:00 Uhr, DESI Nürnberg Brückenstraße 23, 90419 Nürnberg, Deutschland

Programm:

20:30 Uhr: Einlass

21:00 Uhr: „Ach, so ist das?!“ Projektvorstellung und multimediale Comiclesung

Ab 22:00 Uhr – Open End:

  • Comicausstellung
  • Signier- und Zeichenecke zum Mitmachen
  • Schwingen des Tanzbeins mit Auflegerei von Anne Will Tanzen und eve massacre

Wir freuen uns auf ALLE! Die Veranstaltung wird in Gebärdensprache gedolmetscht, der Veranstaltungsort ist barrierefrei (Bitte  über das Kontaktformular anmelden).

Nürnberg steht im Herbst ganz im Zeichen von LGBTI*-Rechten: Rund um die Verleihung des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises an Kasha Jaqueline Nabagesera gibt es im September und Oktober zahlreiche Veranstaltungen zum Thema. Die Comicreleaseparty von „Ach, so ist das?!“ mit Anne Will Tanzen und eve massacre ist eine davon.

Die Comics werden anschließend in der Innenstadt an verschiedenen Orten sowie im Foyer des eckstein gezeigt.

Comicreleaseparty: „Ach so ist das?!“ meets Anne Will Tanzen meets eve massacre: 21.9.2013, DESI – Brückenstraße 23 Nürnberg, ab 20:30 Uhr, Eintritt: 5,- Euro

Gefördert im Rahmen des Bundesprogramms “TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN” vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und vom Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg. Unterstützt durch Anne Will Tanzen und eve massacre.

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Die ersten Poster sind fertig!

Ein Beitrag am Apr 15, 2013

Juhuuu! Die ersten Comics sind tatsächlich schon fertig und zum Teil auch schon auf große Posterflächen gebannt … zwei davon werden morgen auf der Tag und Nacht für Toleranz in der DESI gezeigt.

 

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Das Projekt

Ein Beitrag am Mrz 1, 2013

Der Hintergrund

Es geht um LGBTI* – Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans, Inter*, Queers und Menschen, die eine sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität leben, die nicht der Mehrheit entspricht.

Nach wie vor sind auch im deutschsprachigen Raum LGBTI* Ablehnung, Ausgrenzung und Diskriminierung ausgesetzt, sei es am Arbeitsplatz, im Gesundheitswesen, in den Kirchen, im öffentlichen oder privaten Umfeld und vor allem auch in der Schule:

Eine Online-Umfrage der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) ermittelte für 2013 auch für Deutschland besorgniserregende Daten: Knapp die Hälfte  der befragten LGBTI* fühlte sich im letzten Jahr diskriminiert, mehr als zwei Drittel hat ihre sexuelle Identität oft oder immer während der Schulzeit versteckt (vgl. FRA, 2014, S. 12-14, 19-22). Eine repräsentative Studie des „LBS-Kinderbarometer“ zeigt, dass selbst im Jahr 2015 fast 4 von 10 Kindern zwischen 9 und 14 Jahren Regenbogenfamilien ablehnen (vgl. Institut für Sozialforschung der PROSOZ Herten GmbH PROKIDS, 2016). Und an Berliner Schulen sind Beschimpfungen wie „Kampflesbe“ oder „scheiss Schwuchtel“ auf vielen Schulhöfen und in Klassenzimmern allgegenwärtig – mehr als die Hälfte der Lehrkräfte greift außerdem nicht ein, wenn schlecht über Schwule oder Lesben geredet wird, wie eine Studie von Kathrin Schack (2010) zeigt.

Erschreckend auch ist zum Einen das vierfach erhöhte Suizidrisiko von Jugendlichen, wenn sie nicht heterosexuell sind (FRA, 2014, S. 12-14, 19-22); zum Anderen die (möglicherweise zunehmende) Anzahl homophober Hasskriminalität im deutschsprachigen Raum. Von Januar bis September 2016 wurden bereits 205 politisch motivierte Straftaten mit Bezug zu sexueller Orientierung gemeldet (Deutscher Bundestag, 2016).

Das Projekt soll einen Beitrag dazu leisten, dies zu ändern: Mit Hilfe von Comicreportagen werden Identität, Lebensweise, Erlebnisse und Erfahrungen von LGBTI* sichtbar und begreifbar gemacht. Comics sind ein tolles Format, um Geschichten und persönliche Erlebnisse zu erzählen und damit Sichtbarkeit herzustellen, Wissen weiterzugeben und Vorurteile abzubauen. Selbst Themen, die vielen als fremd oder gar tabu erscheinen, können auf interessante und leichte Art dargestellt werden.

Die Umsetzung

Daher sammelt Martina Schradi Geschichten, Anekdoten, Erlebnisse, die mit der Identität, der Lebensweise, dem Selbstverständnis und Erfahrungen von LGBTI* zusammenhängen. Die Geschichten bilden dann die Grundlagen oder Impulse für  die Comics.

Die Ausstellungen und Bücher

Zu dem Projekt gibt es zwei Wanderausstellungen, auf denen die aussagekräftigsten und eindrucksvollsten Comics festgehalten sind. Erstmals gezeigt wurde die Ausstellung im September 2013 in Nürnberg anlässlich der Verleihung des Nürnberger Menschenrechtspreises an Kasha Jacqueline Nabagesera, eine Menschenrechtsaktivistin, die für die Rechte von LGBTI* in Uganda eintritt. Seitdem wurden sie an über 300 Orten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Belgien, Finland, Ukraine, Russland, Tunesien, Kalifornien und Kanada gezeigt. Die Bücher zu den Comics sind im Zwerchfell Verlag erschienen.

Das pädagogische Programm

Begleitend wurde von Christine Burmann ein pädagogisches Programm zum Abbau von Vorurteilen und Ressentiments gegenüber LGBTI* erarbeitet. Zusammen mit der Ausstellung werden mit ihnen Informationsformate zum Thema LGBTI* für Schulen, Hochschulen, öffentliche Einrichtungen oder Unternehmen gestaltet. Die Publikation „lsbti.elementar“ in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung ergänzt das Programm.

Fachliteratur zum Projekt

  • Martina Schradi (2017). Ich bin ein Invidiuum! Ein Plädoyer für Vielfalt und Akzeptanz gegenüber LSBTI*. Contraste – Zeitung für Selbstorganisation, 34. Jahrgang, Ausgabe Mai. Heidelberg, S. 12. http://www.contraste.org/index.php?id=6
  • Christine Burmann (2015): „Die Überwindung von Diskriminierung. Ein Plädoyer zur Erarbeitung didaktischer Konzepte der Menschenrechtsbildung zu sexueller Vielfalt“. In Breckenfelder, Michaela (Hrsg.) Homosexualität und Schule. Handlungsfelder – Zugänge – Perspektiven. Budrich, S. 287-301, www.budrich-verlag.de
  • Christine Burmann & Martina Schradi (2015): »Ach, so ist das?!« Ein Antidiskriminierungsprojekt zu LSBTI* auch für die Schule.  In Juliette Wedl, Annette Bartsch (Hg.) Teaching Gender? Zum reflektierten Umgang mit Geschlecht im Schulunterricht und in der Lehramtsausbildung. transcript, S. 445-460. www.transcript-verlag.de/978-3-8376-2822-7/teaching-gender
  • Katharina Leidinger (2015): „Gender Bender, Regenbogenfamilie und Coming-out in der Schule“ – Sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität als Thema im (Religions-)Unterricht. Ein Zugang zu Jugendlichen anhand biografischer Comicreportagen von LSBTI*. In Breckenfelder, Michaela (Hrsg.) Homosexualität und Schule. Handlungsfelder – Zugänge – Perspektiven. Budrich, S. 157-176, www.budrich-verlag.de
  • Martina Schradi (2014). „Ach, so ist das?!“ – Visual Storytelling-Projekt über die Lebensweise und Erfahrungen von LGBTI. www.narrata.de/narrata-erzahlt/ach-so-ist-das-visual-storytelling-projekt-ueber-die-lebensweise-und-erfahrungen-von-lgbti

Fachliteratur zum Thema

Förderungen des Projekts

  • 2020 Förderung von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld
  • 2018 Sammelförderung von der Arcus Stiftung, dem Schwulen Netzwerk NRW, der Landesarbeitsgemeinschaft Lesben in NRW, „anders und gleich“ und dem Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW
  • 2014 Förderung von der Hannchen Mehrzweck Stiftung
  • 2013 und 2014: Förderung vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN

In Zusammenarbeit mit  

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